Eigentlich will der belgische Meisterdetektiv Émile Poiret an der französischen Riviera nur etwas Ruhe und Entspannung finden – da ereignet sich vor seinen Augen ein mysteriöser Todesfall. Doch ehe Pioret die näheren Umstände ermitteln kann, wird er auch schon in einer dringenden Angelegenheit wieder zurück nach England gebeten. Als sich in dem beschaulichen Ort Charmont’s Green bald darauf ein weiterer Todesfall auf nahezu derselben Weise ereignet, glaubt Pioret nicht länger an einen Zufall. Das uralte Hotel „Vollmond-See“ birgt ein mörderisches Geheimnis, und Poiret ist fest entschlossen, es zu lüften …(CD-Cover)
Rezension:
Noch eine Detektivserie mehr bei Maritim. In die Reihe von „Sherlock Holmes“, „Scotland Yard“ und „Miss Marple“ gliedert sich nun auch der extravagante, belgische Detektiv Émile Poiret ein. Wem der Name bisher völlig unbekannt ist, kann vielleicht eher etwas mit dem Namen Hercule Poirot anfangen. Hercule Poirot ist eine Romanfigur der britischen Schriftstellerin Agatha Christie, die Maritim für die vorliegende Serie wohl Pate gewesen sein durfte. Aus Christies belgischem Privatdetektiv wurde nun eben mit einer kleinen Namensänderung die Hörspielserie „Die Morde des Émile Poiret“. Inhaltlich hat sich allerdings wenig geändert, wenigstens in diesem Punkt ist Maritim den Romanvorlagen treu geblieben.
Wie dem auch sei. Der erste Fall des Detektivs mit dem belgisch-französischen Akzent mit dem Klangvollen Titel „ Das Mysterium des Vollmond-Sees“ entpuppt sich leider als wenig spannend. Man lernt Poiret kennen als einen Mann, der selbstverliebt, etwas arrogant und sehr gekünstelt wirkt. An seine markante Stimme, die ein wenig klingt, als hätte Sprecher Donald große Mühe, seine Stimme zu verstellen, muss man sich ein wenig gewöhnen. Andererseits ist der Widererkennungswert hoch, sticht die Stimme doch stark aus der Masse hervor. Wäre das der einzige kleine Makel am belgischen Ex-Polizisten, hätte die Serie vielleicht noch Potential. Doch leider ist die Handlung und damit der Fall selbst auch nicht besonders unterhaltend.
Émile Poiret bekommt auf einer Party leibhaftig mit, wie die reiche Baronin vor allen Gästen auf ihrer eigenen Party Selbstmord begeht. Oder war es doch Mord? Das erfährt der Hörer nicht, denn kaum hat man sich in das Hörspiel reingehört, wird man schier ohne Grund aus der Handlung gerissen und reißt mit Poiret nach England, wo er im Hotel „Vollmond-See“ einem ganz anderen Fall nachgeht. Zwar klärt sich dieser Zustand gegen Ende doch noch, aber beim ersten Hören ist man doch leicht irritiert. Dieser Zustand setzt sich auch bei der Auflösung des Falls fort. Steht man bei der Frage um den tatsächlichen Mörder etwas ratlos da, so zieht sich der belgische Schnurrbartträger nur einige Stunden in sein Zimmer zurück, um dann vor versammelter Mannschaft den/die Übeltäter zu präsentieren. Da staunt man nicht schlecht und ärgert sich zugleich, hätte man doch liebend gern ein bisschen mit geraten.
Von den Sprechern bin ich hier schon etwas enttäuscht. Donald Arthur als Detektiv muss unbedingt noch mehr in Schwung kommen, denn wenn schon die Handlung nicht das Gelbe vom Ei ist, muss wenigstens eine solide und überzeugende Sprecherleistung her. Doch die ist weder bei Arthur noch bei allen anderen wirklich gut. Dazu zählt auch Erzähler Peter Buchholz. Er bleibt auch unter seinen Möglichkeiten und fällt eigentlich überhaupt nicht auf. Alle anderen Namen wie Frank Otto Schenk, Klaus Dittmann, Rina Eschmann und Anke Reitzenstein liefern eine angemessene Leitung ab, überzeugen mich persönlich aber nicht hundertprozentig.
Was mich hingegen überzeugt hat, ist die Musik. Die finde ich wirklich mehr als passend mit Anlehnung an die Zeit der 1920er Jahre, in denen die Handlung ja auch spielt. Nicht schwer und melancholisch, sondern locker, leicht und beschwingt. Die Hintergrundkulisse stimmt also. Jetzt müssen nur noch die dazugehörigen Fälle besser werden, dann hat die neue Hörspielserie vielleicht eine Chance, sich langfristig bei den Konsumenten zu etablieren.

Eigentlich will der belgische Meisterdetektiv Émile Poiret an der französischen Riviera nur etwas Ruhe und Entspannung finden – da ereignet sich vor seinen Augen ein mysteriöser Todesfall. Doch ehe Pioret die näheren Umstände ermitteln kann, wird er auch schon in einer dringenden Angelegenheit wieder zurück nach England gebeten. Als sich in dem beschaulichen Ort Charmont’s Green bald darauf ein weiterer Todesfall auf nahezu derselben Weise ereignet, glaubt Pioret nicht länger an einen Zufall. Das uralte Hotel „Vollmond-See“ birgt ein mörderisches Geheimnis, und Poiret ist fest entschlossen, es zu lüften …(CD-Cover)










