Ich weiß, dass ich ein Verlierer bin … Einer jener Menschen, die nach viel streben, nichts erreichen und nie wissen, worum es wirklich geht. Eben einer derer, die träumen, ohne zu wissen, was Träume sind. Jene, die eine Masse bilden, ohne zusammenzuhalten … Ich weiß, das ich nicht weiß, was ich wirklich bin. Das, was ich weiß, ist grau … (CD-Cover)
Rezension:
Es gibt Hörspiele, bei denen bereits die Verpackung oder das Cover beim potentiellen Hörer, Aufmerksamkeit erregen. Bei der vorliegenden Produktion und ersten Folge von „S.I. – Synthetic Intelligence“ mag das auch so sein. Der äußere und erste Eindruck verspricht viel. Liest man sich jedoch den so genannten „Klappentext“, also Kurzinhalt, auf der Rückseite durch, von welchem man sich eigentlich einen näheren Einblick und eine Antwort auf die Frage „Worum geht’s eigentlich?“ verspricht, ist man bei „Der Anfang“ genau so schlau wie vorher. Man ist leicht verwirrt, aber gleichzeitig auch neugierig geworden. Doch worum geht es denn nun?
Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben – und wahrscheinlich ist diese Tatsache dem Schreiber des Klappentextes auch bewusst geworden. Im Mittelpunkt der Handlung von „S.I. – Synthetic Intelligence“ steht Elliot Meister, ein ganz gewöhnlicher Bürger. Sein Leben ändert sich allerdings dramatisch, als er – gegen seine Gewohnheit – eines Tages eine Anhalterin in seinem Wagen mitnimmt. Dass mit der Frau irgendetwas nicht stimmt, wird Elliot schnell bewusst und er verliert die Kontrolle über seinen Wagen und kommt von der Straße ab. Die seltsame Frau stirbt bei dem Unfall und Elliot selbst erwacht erst im Krankenhaus wieder. Doch das war nur der Anfang, denn von diesem Tag an, ändert sich das Leben des Protagonisten schlagartig.
Die Geschichte selbst klingt zwar simpel, wirkt jedoch durch die untypische Erzählweise aus der Sicht der Hauptfigur, sehr skurril und mystisch. So wird dem Hörer von Anfang an suggeriert, dass hier noch etwas Größeres, eine höhere Macht und etwas Bedrohliches am Werk ist. Doch was genau, wird in Folge eins noch nicht verraten. Stattdessen wird viel, sehr viel Augenmerk darauf gelenkt, den Hörer mit langen Erklärungsdialogen für die Story ins Bild zu rücken. Das gelingt meines Erachtens nur teilweise, denn der monotone und psychedelische Erzählstil wirkt mehr einschläfernd als spannend. Anstatt bei mir Spannung zu hervorzurufen, wurde ich Zusehens ungeduldiger. Zwar passiert von der Handlung her viel, doch der Reißer ist die Serie bislang nicht, was sich natürlich in den nächsten Folgen noch steigern kann.
Gut bei diesem Hörspiel ist jedoch die Tatsache, dass Maritim bei den Sprechern nicht die üblichen Verdächtigen ins Rennen geschickt hat, sondern mit Florian Halm als Elliot Meister, einen Sprecher gewählt hat, der noch nicht in zig anderen Maritim-Produktionen zu hören war. Auch Melanie Manstein als Elliots Schwester ist lobenswert zu erwähnen, auch wenn sie nur eine kleine Rolle hat, ebenso wie alle anderen Beteiligten von Anke Reitzenstein bis Edgar Bessen. Die Sprecher machen ihren Job alle tadellos.
Werfen wir einen Blick auf die Musik: Hier haben sich die Macher nicht übermäßig ins Zeug gelegt. Was die musikalische Unermalung angeht, sticht „S.I. – Synthetic Intelligence“ also nicht aus der Masse an anderen Maritim-Produktionen heraus. Die Musik ist zwar stimmig und passt zum Thema der Serie, doch im Gedächtnis bleibt das gehörte nicht. Dasselbe gilt auch für die Soundkulisse.
Ich will die Serie nicht komplett verdammen, doch umgehauen hat mich das Gehörte wirklich nicht. Viele hochtrabende Worte, bei denen die eigentliche, interessante Handlung leicht in den Hintergrund geraten ist. Trotzdem sollte man der handwerklich gut gemachten Serie noch eine zweite Chance geben und die kommenden Folgen abwarten.













