England 1860: Der junge Australier Adam Salton folgt der Einladung seines einzigen noch lebenden Verwandten auf den Landsitz Lesser Hill. Richard Salton hofft, dass sein Großneffe dort eines Tages sein Erbe antreten wird. Das Anwesen liegt in einer äußerst geschichtsträchtigen Gegend, der es nicht an exzentrischen Bewohnern mangelt. Eine von ihnen ist die faszinierende Lady Arabella March, die Herrin eines auf einer Halbinsel gelegenen Schlosses mit dunkler Vergangenheit … (CD-Cover)
Rezension:
Der junge Australier Adam Salton reist nach England … Klingt bekannt. Doch wo hab ich das bloß schon einmal gehört? Ja, genau, in der Hörspielserie „Die Schwarze Sonne“. Doch zwischen der LAUSCH-Adaption und der vorliegenden Hörspielumsetzung von Titania Medien liegen Welten. „Missbraucht“ LAUSCH die Schauergeschichte von Bram Stoker für den Einstieg einer ganzen Serie, so hält sich Titania in üblicher Manier für die „Gruselkabinett“-Reihe an die vom Gruselbaron vorgegebenen Fakten.
Wer von „Das Schloss des weißen Lindwurms“ in seinem Leben noch nie gehört hat, braucht sich jedoch nicht zu schämen, denn wer diese Geschichte gehört hat, weiß, dass diese Tatsache einen Grund hat. Obwohl von Bram Stoker höchstpersönlich, kann die Handlung im Vergleich zu „Dracula“ einfach nicht mithalten. Zwar sind die vorkommenden und recht unterschiedlichen Charaktere ganz einfallsreich, doch die sich schleppende Handlung reißt einfach niemanden so richtig vom Hocker. Wäre nicht die wirklich ausgezeichnete Umsetzung des Stoffes seitens Titania, die es trotz des schwachen Inhalts schafft, den Hörer bei Laune zu halten, das Hörspiel wäre hoffnungslos verloren. Die Geschichte dümpelt vor sich hin und man wartet eigentlich die ganze Zeit auf den namensgebenden, schrecklichen Lindwurm. Doch dieser entpuppt sich dann als weniger gruselig als gedacht und auch das Finale am Ende ist nicht wirklich spannend.
Für die recht dürftige Handlung entschädigen allerdings wieder die vorwiegend tollen Sprecher. Über Markus Pfeiffer als Sympathieträger Adam Salton kann man ebenso wenig Schlechtes berichten wie über dessen Hörspiel-Onkel Hasso Zorn. Obwohl Markus Pfeifffer in seiner Rolle schon wieder ein wenig zu perfekt und nett daherkommt. Der krasse Gegensatz zu Pfeiffer ist David Nathan. Er spricht den Fiesling Edgar Caswell wirklich ekelhaft gut und verleiht seiner Figur somit eine größere Rolle als diese eigentlich hat. Dagegen ist die eigentlich Böse der Geschichte, Lady Arabella March, meines Erachtens mit Katja Nottke (Synchronstimme von Michelle Pfeiffer) etwas „unterbesetzt“. Die schwarze Lady müsste noch viel, viel ekelhafter und böser sein, ein männerfressendes Frauenzimmer eben. Als eine der Hauptfiguren bleibt Lady Arabella mit dieser eher zurückhaltenden Leistung allerdings kaum im Gedächtnis.
Was ich auch etwas seltsam finde, ist die Tatsache, dass Mimis Vater, Mr. Watford zwar ständig Erwähnung findet, jedoch selbst nicht eine Silbe spricht. Wenn eine Figur schon in einem Hörspiel in irgendeiner Weise mit der Handlung zu tun hat, sollte diese gefälligst auch ein paar Sätze sagen. Denn so wirkte das in meinen Ohren irgendwie merkwürdig und hinterließ ein seltsames Gefühl.
Zieht man einen Strich unter die Sprecherleistungen, fällt das Urteil also durchwachsen aus. Die Leistung im Ganzen betrachtet ist auf einem zwar hohen Niveau, doch im Gesamtpaket muss man Abstriche machen. Da gibt es eindeutig bessere „Gruselkabinett“-Folgen.

England 1860: Der junge Australier Adam Salton folgt der Einladung seines einzigen noch lebenden Verwandten auf den Landsitz Lesser Hill. Richard Salton hofft, dass sein Großneffe dort eines Tages sein Erbe antreten wird. Das Anwesen liegt in einer äußerst geschichtsträchtigen Gegend, der es nicht an exzentrischen Bewohnern mangelt. Eine von ihnen ist die faszinierende Lady Arabella March, die Herrin eines auf einer Halbinsel gelegenen Schlosses mit dunkler Vergangenheit … (CD-Cover)










