Die Geschichte startet im südpazifischen Kiribati. Che heuert als Erster Offizier auf der Mare Maria an, er möchte in seiner Vaterstadt ein neues Leben beginnen. Irgendetwas stimmt auf dem Frachter nicht. Schon als er um einen Vorschuss bittet, redet sich der Kapitän heraus. Als dann in Singapur zwei Container geladen werden, kippt die Stimmung vollends um, alle reagieren genervt. Und dann noch der Typ mit dem Ballermann, kann das gut gehen ...? (Cover)
Rezension:
Das Krimigenre ist seit jeher die Königsdisziplin. Nichts ist spannender als die Suche nach dem Täter. Seit einiger Zeit geht der Trend immer mehr zu Lokalkrimis. Auf diesen Trendzug springt nun auch der Hörbuchverlag Vitaphon mit auf, der seit kurzem die Hörspielreihe „Hamburg-Krimis“ herausbringt. Die Serie ist ein Sammelsurium verschiedenster Krimigeschichten, die eines gemeinsam haben: Sie spielen allesamt in der schönen Hansestadt Hamburg.
Den Auftakt macht „Todesfalle Speicherstadt“ des Hamburger Autors Michael Konglin. Darin geht es um den jungen Che, der durch die Hamburger Speicherstadt irrt und wird verfolgt – von wem weiß er nicht genau. Che, aufgewachsne in Kiribati möchte nach Deutschland, dem Heimatland seines Vaters. Um dorthin zu gelangen, heuert er auf einem großen Containerschiff an und alles scheint toll. Doch dann merkt Che mehr und mehr, dass auf dem Schiff irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Wieso will ihm der Kapitän keinen Vorschuss zahlen und um was für eine merkwürdige Fracht handelt es sich, die von Männern in weißen Arztkitteln in Indien zugeladen wurde? Und ehe Che merkt, was wirklich gespielt wird, muss er auch schon um sein Leben fürchten.
Der Aufbau der Geschichte ist geschickt gemacht. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Als Hörer irrt man mit Che durch das Gewürzmuseum und erfährt nach und nach durch Rückblicke, wie er in diese gefährliche Situation geraten konnte. Soweit so gut. Jedoch war ich beim ersten Hören doch leicht verwirrt. Denn „Hamburg-Krimis“ wurde als Hörspielserie angekündigt, entpuppt sich aber dann doch mehr als Lesung denn als klassisches Hörspiel. Zweifelsfrei ist „Todesfalle Speicherstadt“ absolut professionell produziert, keine Frage. Doch ein Hörspiel hört sich anders an. Vielmehr ist es so, dass die Hauptfigur Che - der grandios gesprochen wird von Christian Stark - fast im Alleingang die Geschichte erzählt. Andere auftretende Personen werden unter anderem von Robert Missler, Douglas Welbat oder Annette Gunkel gemimt. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass diese anderen Personen in direkter Rede sprechen (wie bei einem Hörspiel üblich), während Christian Stark konsequent bei der indirekten Rede bleibt. Das wirkt in meinen Ohren etwas seltsam. Und ich verstehe auch gar nicht, warum Vitophon den Krimi auf diese Weise umgesetzt hat?
Trotzdem muss ich zugeben, dass die Inszenierung und das Einbringen von Geräuschen und Musik mehr als gelungen ist. Die Kulisse wird lebendig, und wer schon einmal in Hamburg war, kann genau mitverfolgen, wo Che sich gerade aufhält. Was also die technische Umsetzung angeht, wurde hier alles richtig gemacht. Und nicht nur das. Sogar bei der Verpackung der CD hat man sich einen Eyecatcher einfallen lassen. So bekommt man als Käufer der ersten Folge beispielsweise ein keines Päckchen mit schwarzen Pfefferkörnern. Hinzu kommen viele Informationen im schön gestalteten 12seitigen Booklets. Und wem das noch nicht reicht, findet in dessen Inneren einen Stadtplan vom Hamburger Hafen, der gleichzeitig als amüsantes Brettspiel fungiert. Dies ist eine witzige Idee, die ich so noch in keinem Hörspiel gefunden habe.
Die erste Folge der „Hamburg-Krimis“ ist soweit gelungen, auch wenn ich persönlich ein „echtes“ Hörspiel vorgezogen hätte. Doch vor allem die wissen zu unterhalten, und auch wenn die Story selbst vielleicht ein bisschen weit hergeholt klingt, ist der Serienauftakt gelungen.

Die Geschichte startet im südpazifischen Kiribati. Che heuert als Erster Offizier auf der Mare Maria an, er möchte in seiner Vaterstadt ein neues Leben beginnen. Irgendetwas stimmt auf dem Frachter nicht. Schon als er um einen Vorschuss bittet, redet sich der Kapitän heraus. Als dann in Singapur zwei Container geladen werden, kippt die Stimmung vollends um, alle reagieren genervt. Und dann noch der Typ mit dem Ballermann, kann das gut gehen ...? (Cover)










