Vier Menschen sollen dran glauben, das hat Marina sich vorgenommen. Sie weiß nämlich, dass sie sterben muss, und will sich vorher rächen: an ihrem Geliebten in der Unibibliothek, am Stiefvater, ihr Erzeuger wird folgen und schlussendlich Dr. Kleineidam, ihr Arzt. Noch sind winzige Details zu klären, z.B.: Kann man mit E 605 wirklich töten? Braucht jeder Mord eine neue Methode? (Cover)
Rezension:
Mit „Fegefeuer am Grindel“ schicken die „Hamburg-Krimis“ die zweite Folge ins Rennen. Die mörderische Geschichte stammt diesmal aus der Feder der Hamburger Autorin Regula Venske und beschreibt die seltsame Art und Weise, mit der sich die krebskranke Marina (eine Frau in den besten Jahren) sich der vier überflüssigsten Männer in ihrem Leben entledigen möchte. Zu verlieren hat die Frau nicht viel, denn der Brustkrebs schreitet voran. Als erstes soll ihr Geliebter dran glauben. Doch bereits beim Ausführen des ersten Mordes gerät Marinas Plan aus den Fugen.
Die vorliegende Produktion gefällt mir deutlich besser als der erste Teil der Hörspielserie. Wobei man auch beim vorliegenden Krimi sagen muss, dass es sich auch hier erneut um kein Hörspiel handelt, sondern lediglich um eine inszenierte Lesung. Eine sehr gut gemachte Lesung wohlgemerkt. Ist aber eben kein Hörspiel. Ein richtiger Kriminalfall ist die Geschichte auch nicht. Zwar fühlt man sich als Hörer sehr gut unterhalten, doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr Humor und Witz macht sich breit. Denn anscheinend ist es gar nicht so einfach, einen Mordplan in die Tat umzusetzen.
Den Großteil des Textes liest Andreas Pietschmann allein und übernimmt so die Rolle des Erzählers. Dynamisch und jung geht er ans Werk und es ist angenehm, seiner Stimme zu folgen. Unterstützt wird Pietschmann zeitweise von Nina Petri. Die Sprecherin kommt immer dann zu Wort, wenn sich Marina selbst aus ihrer Sicht zu Wort meldet. Die Mischung dieser beiden Erzählweisen gefällt mir recht gut, wobei mir die komplette Handlung aus Marinas Sicht noch besser gefallen hätte. Von einem Hörspiel kann allerdings nicht die Rede sein. Da nutzen auch die eingeschobenen Fast-Dialoge mit beispielsweise Marinas Stiefmutter Trudchen nichts. „Fegefeuer am Grindel“ ist und bleibt eine reine Lesung, wenn auch von verschiedenen Sprechern unterstützt.
Damit die Lesung noch mehr an Dynamik gewinnt, kommt jede Menge Musik zum Einsatz, sowohl zwischen den einzelnen Kapiteln als auch während der Textpassagen. An der Umsetzung der Geschichte ist somit nichts auszusetzen, wenn auch die Geräusche noch etwas üppiger hätten ausfallen können.
Der zweite „Hamburg-Krimi“ hat mich sehr gut unterhalten und ist noch einmal eine Steigerung gegenüber der Auftaktfolge. Wenn auch kein Hörspiel, dann doch eine gute Lesung mit einem informativen und unterhaltsamen Booklet!

Vier Menschen sollen dran glauben, das hat Marina sich vorgenommen. Sie weiß nämlich, dass sie sterben muss, und will sich vorher rächen: an ihrem Geliebten in der Unibibliothek, am Stiefvater, ihr Erzeuger wird folgen und schlussendlich Dr. Kleineidam, ihr Arzt. Noch sind winzige Details zu klären, z.B.: Kann man mit E 605 wirklich töten? Braucht jeder Mord eine neue Methode? (Cover)










