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Hörbuch: Der verbotene Ort Hot

der-verbotene-ort-coverKommissar Adamsberg macht in London einen grausamen Fund: Vor dem berüchtigten Friedhof Highgate stehen 17 ordentlich aufgereihte Schuhe – mitsamt den dazugehörigen Füßen. Auch in Paris beschäftigt ihn ein mysteriöser Fall. Ein alter Mann wurde auf bestialische Weise ermordet. Die einzige Spur führt nach Transsilvanien. Dort liegt seit Jahrhunderten ein Geheimnis begraben, das die Bewohner des kleinen serbischen Dorfes noch immer in Angst und Schrecken versetzt. (CD-Cover)

Rezension

Warum müssen Bucherfolge immer auch als Hörspiel erscheinen? Diese Frage stellte ich mir nach dem Hören von „Der verbotene Ort“ in der Hörspielversion des WDR erschienen bei Der Audio Verlag. Der von allen Seiten hoch gelobte Roman von Fred Vargas verliert in der vorliegenden drastisch gekürzten Hörspielversion leider sehr an Qualität.

Die Handlung beginnt mit siebzehn Schuhen, die samt abgetrennten Füßen als Inhalt, vor dem Londoner Friedhof Highgate gefunden werden. Die beiden Pariser Kommissare Adamsberg und Danglard fahren nach diesem seltsamen Fund zurück nach Frankreich und bekommen es dort schon mit dem nächsten Fall zu tun. Hängen diese beiden Fälle zusammen? Der bereits vierzehnte Roman von Fred Vargas – übrigens ein Synonym hinter dem sich die französische Autorin Frédérique Audoin-Rouzeau versteckt – ist nicht zu unrecht wieder ein Bestseller geworden. Doch von dem fesselnden und originellen Kriminalfall ist in der Hörspielproduktion leider viel auf der Strecke geblieben.

Wenn man weder das Buch gelesen, noch andere Bücher der Autorin gelesen hat, dann kann man mit dem vorliegenden Hörspiel wenig anfangen. Viel zu schnell ist das Tempo zu Beginn. Während man noch mit dem Auseinanderhalten der Personen bzw. Stimmen und dem Merken der Namen beschäftigt ist, ist die Handlung schon meilenweit davon galoppiert. Man kann der Handlung nur schwer folgen. Das liegt aber auch an der Erzählweise des Hörspiels. Kapitel und Szenen reihen sich ohne wirkliche Trennung aneinander, so dass die Einordnung des Gehörten sehr erschwert wird.

Bei den Sprechern ist es da schon einfacher. Dass hier Profis am Werk sind, hört man gleich heraus, was aber bei einer Produktion des WDR nicht wirklich verwundert. Schließlich zahlen wir durch unsere GEZ-Gebühren für solche Produktionen. Und wenn schon das der Fall ist, dann sollte das Geld auch für professionelle Sprecher ausgegeben werden. Das wurde hier auch getan. Volker Risch und Peter Fricke sind das perfekte Ermittlerduo Adamsberg und Danglard. Diese zwei Namen stehen stellvertretend für eine ganze Liste mit Sprechern, die an diesem Hörspiel mitwirken. Doch da ich hier unmöglich alle Beteiligten aufzählen kann, sei gesagt, dass alle Stimmen großartig sind.

Was jedoch am Inhalt und der Umsetzung nicht wirklich etwas ändert. Und um noch mal auf meine Anfangsfrage zurückzukommen … Bei Büchern wie „Der verbotene Ort“ sollte man von einer Hörspieladaption einfach absehen oder zumindest einen fast 500-seitigen Roman nicht auf armselige 2 CDs zusammenkürzen. In Hinsicht auf den Preis des Hörspiels und den Inhalt, den man dafür bekommt, macht das Hören keinen großen Spaß. Jeder Krimi- und Vargas-Fan sollte Anstelle des Hörspiels dann doch lieber zur gleichnamigen Lesung greifen. Diese ist mit sechs CDs wesentlich ausführlicher und umfangreicher.

 

Hoerspiel-Info

Name Der verbotene Ort
Autor Fred Vargas
Art Hörspiel
Spielzeit 112 Minuten
Verlag & Label Der Audio Verlag
Veröffentlichung 17. Oktober 2009

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Fazit und Bewertung

Gesamt: 
 
7.3
Inhalt:
 
7.0
Sprecher:
 
9.0
Musik/Geräusche:
 
7.0
Umsetzung:
 
5.0
Cover:
 
7.0
Geschrieben von Anke Bokelberg
20 Dezember 2009
 
Ein gutes Beispiel dafür, dass ein sehr gut produziertes Hörspiel mit top Sprechern noch lange kein verständliches und packendes Hörvergnügen bieten muss.
 


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