Stevie hat Schulden, Spielschulden. Er hat in einer der illegalen Spielhallen von Joey Fontana gezockt und verloren, auf Pump … Doch mit „Big Boss“, wie Fontana in der Unterwelt genannt wird, ist nicht zu spaßen. Er will seine dreißigtausend Euro in drei Tagen wieder haben – nebst Zinsen. Stevie und sein Partner „Spinne“ brechen deshalb in eine Computerfirma ein. Diese Firma ist jedoch keine gewöhnliche Softwareschmiede, sondern anscheinend eine okkulte Sekte, die sich auf das Böse eingelassen hat … (Cover)
Rezension:
„Die geheime Asservatenkammer“ heißt die neue Hörspielserie des Labels JTM Records. Mit einer Mischung aus Krimi und Thriller wollen die Macher die Gunst des Hörpublikums erlangen. Die Idee, die hinter der Serie steckt, ist einfach gestrickt und schnell erklärt. Major Kramer ist damit beauftragt, die Asservatenkammer der Internationalen Schutzorganisation IVA neu zu katalogisieren. Bei seiner Arbeit fällt ihm auch ein merkwürdiger Laptop in die Hände, der ein dunkles Geheimnis birgt. Während der Major die Gerichtsakten zum Fall „Permuto, Laptop des Todes“ durchforstet, wird die Geschichte um den mysteriösen Laptop in Rückblicken erzählt.
Das Konzept der Serie scheint klar. Major Kramer ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt dieser Hörspielreihe. Beim Sortieren der Asservate und deren Eingabe in die neue Datenbank, wird er auch in Zukunft noch auf interessante Objekte stoßen, hinter denen sich eine erzählenswerte Hörspielgeschichte verbirgt. Der Rahmen für eine Reihe von mysteriösen und unheimlichen Geschichten wie es auf dem Cover heißt, ist also geschaffen. Den Anfang macht „Der Laptop des Todes“. Darin schafft es der Kleinganove Stevie mit Hilfe des besagten Laptops auf der mafiösen Karriereleiter ganz nach oben zu klettern. Irgendwie erinnert mich diese Folge ein wenig an die „Point Whitmark“-Folge „Der leere Raum“, welche inhaltlich fast das gleiche Thema erzählt. Doch abgekupfert wurde hier auf keinen Fall, denn „Permuto, Laptop des Todes“ erzählt seine ganz eigene Geschichte.
Das Konzept von „Die geheime Asservatenkammer“ klingt gut, verkauft sich doch vor allem das Genre Grusel- und Thrillerhörspiel recht gut. Doch leider kann die Auftaktfolge nicht recht überzeugen. Das liegt weniger am Rahmen, sonder vielmehr an der Story und der Umsetzung. Da wäre zum einen, dass das Hörspiel recht lange braucht bis es in die Gänge kommt. Zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte zwar recht spannend, aber leider auch etwas vorhersehbar. An der Umsetzung hapert es vor allem bei lauten und actionreichen Szenen. Hier klingt das Gehörte wenig realistisch und etwas gestellt. Hinzu kommt, dass man mit den vorkommenden Personen nicht wirklich warm wird bzw. sich nicht mit ihnen identifizieren kann. Dazu kommt, dass meiner Ansicht nach die Charaktere auch sehr oberflächlich geraten sind. In diesem Hörspiel handeln die Personen einfach, ohne jeden Tiefgang. Jetzt kann man natürlich sagen, bei einem Hörspiel, welches vor allem Unterhalten soll, ist das nicht so wichtig.
Die Sprecher sind alle sichtlich bemüht und geben ihr bestes. Trotzdem schafft es die Mannschaft hinter dem Mikrofon nicht, den Hörer hundertprozentig zu überzeugen. Bodo Henkel, der auch schon bei „Astra Obscura“ zu hören war, hat die Rolle des Erzählers inne. Seine Stimme klingt angenehm und unaufgeregt. Die Hauptfigur Stevie ist mit Oliver Krietsch mit einem weniger bekannten Namen besetzt. Jan Tappé, Andi Königsmann, Heiko Grauel und Fritz Wunderlich, sowie die einzige Frau an Bord, Heike Tappé, runden das Team ab. Bei all diesen Sprechern merkt man, dass hier keine hundertprozentigen Profis am Werk sind. Darüber könnte man leicht hinwegsehen, wenn denn die Handlung überzeugen würde. Doch leider trifft hier eine bemühte Sprecherriege auf eine durchschnittliche Gauner-Geschichte.
Die Idee dieser Hörspielserie ist klar erkennbar, der Inhalt muss in den zukünftigen Folgen aber noch mächtig gesteigert werden. Wenn es JTM Records schaffen kann, die Atmosphäre dichter und fesselnder zu gestalten, wird „Die geheime Asservatenkammer“ sicher ein Stammpublikum finden. Doch nach dem Hören von Folge 1 ist der erste Eindruck so leider nur Durchschnitt.

Stevie hat Schulden, Spielschulden. Er hat in einer der illegalen Spielhallen von Joey Fontana gezockt und verloren, auf Pump … Doch mit „Big Boss“, wie Fontana in der Unterwelt genannt wird, ist nicht zu spaßen. Er will seine dreißigtausend Euro in drei Tagen wieder haben – nebst Zinsen. Stevie und sein Partner „Spinne“ brechen deshalb in eine Computerfirma ein. Diese Firma ist jedoch keine gewöhnliche Softwareschmiede, sondern anscheinend eine okkulte Sekte, die sich auf das Böse eingelassen hat … (Cover)










