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Hörbuch: Gruselkabinett (44/45) - Berge des Wahnsinns Hot

gruselkabinett-044-coverDer Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Dort entdecken die Forscher ein bisher unbekanntes Gebirge, mit Bergen höher als im Himalaya. Aber das ist nur der Anfang einer Reihe von atemberaubenden Entdeckungen. In einer Höhle stößt das Team auf Relikte einer bisher vollkommen unbekannten Lebensform, die alles, was man bisher über die Evolution zu wissen glaubt, in völlig neuem Licht erscheinen lässt ... (Cover)

Rezension:

Dass sich Titania immer nahe an die literarische Vorlage hält, ist bekannt und gleichzeitig ein großer Pluspunkt des Labels. „Berge des Wahnsinns“ ist die neueste Produktion aus der Schmiede von Marc Gruppe und Stephan Bosenius und ein wahrer Klassiker, der in der „Gruselkabinett“-Galerie natürlich nicht fehlen darf. Das Werk von H. P. Lovecraft wurde als zweiteiliges Hörspiel umgesetzt und entführt den Hörer in eisige Weiten. Der Geologe William Dyer will mit einem Team von Wissenschaftlern eine Expedition in die unerforschte Antarktis wagen. Doch das Team merkt sehr schnell, dass diese Reise anders verlaufen wird, als gedacht. Ein Gebirge, höher als der Mount Everest liegt mitten im ewigen Eis. Ein Teil des wissenschaftlichen Teams macht sich auf den Weg um das Gebiet zu Erkunden. Als sich im ewigen Eis auch noch eine unbekannte Lebensart findet, beginnt die Katastrophe und die Funkverbindung bricht ab. Das restliche Team um William Dyer macht sich auf die Suche nach den Kollegen und macht eine grausige Entdeckung.

Die Handlung beginnt mit den fürchterlichen Albträumen des jungen Larry Danforth. Er hat an der verhängnisvollen Expedition teilgenommen und wird seitdem von den schrecklichen Ereignissen immer wieder heimgesucht. In einem langen Rückblick erlebt der Hörer dann in allen Einzelheiten, was für ein Grauen in der Arktis schlummerte und was zum Überleben von Danforth und Dr. Dyer führte. Der Einstieg in die Geschichte ist dabei gut gelungen. Man weißt jetzt, dass Schlimmes passieren wird, aber was und wie erfährt der gespannte Hörer erst nach und nach. Dr. Dyer berichtet also in der Ich-Perspektive und beginnt ganz am Anfang. Man erfährt alles über die Vorbereitungen zur wissenschaftlichen Reise und lernt auch die Expeditionsteilnehmer näher kennen. Diese ausführliche Erzählweise erzeugt eine gemeine Spannung, die mehr und mehr in die Höhe getrieben wird. Bis die Expedition auf die ersten Spuren von Leben stößt, vergeht einige Zeit und die erste Folge endet natürlich mit einem Unheil verkündenden Cliffhanger. Im zweiten Teil geht es dann mehr und mehr zur Sache und die Situation der Teilnehmer spitzt sich zu und endet (natürlich) in einer Katastrophe.

Sehr gut gelungen ist auch die Szene im Sezierraum, als die beiden Forscherinnen Dr. Leni Lake und Leslie Carroll die eben entdeckte Spezies näher untersuchen. Diese Szene ist super, weil man weiß, dass gleich etwas Schreckliches passieren wird, die Beteiligten aber keine Ahnung davon haben. Die Musik tut ihr übriges, um die Gefahr noch zu verdeutlichen und zu bestärken. Zu Beginn hält sich die Musik noch dezent im Hintergrund und tritt mit zunehmender Hörspieldauer bedrohliche Ausmaße an. Die Geräusche vom Schneesturm bis zum rätselhaften Pfeifen sind allesamt ebenfalls erste Sahne.

Was mich zuerst etwas stutzen lies, ist die Tatsache, dass das gesamte Hörspiel mit nur einer Hand voll Sprechern besetzt ist. Dabei startet doch eine großangelegte Expedition mit einigen dutzend Mann Besatzung. Titania beschränkt sich jedoch auf eine kleine Anzahl an Charakteren. Diese Rechnung geht auf. Erzähler und Hauptverantwortlicher der Forschertruppe Professor Dyer wird von Reiner Schöne gesprochen. Seine Stimme klingt wunderbar warm und erfahren, kann aber auch sehr ruppig werden. Dyers Leben wird erschwert durch die – wie er es nennt – „Im Stehen Pinklerin“ Dr. Leni Lake. Die resolute und emanzipierte Wissenschaftlerin bietet dem Professor die Stirn und wird von Bettina Weiß gesprochen. Die gegenteilige Rolle zu Weiß spricht Annina Braunmiller. Ihre Rolle der Leslie Carroll ist eher introvertiert und schüchtern und ein guter Kontrast zum Rest der Truppe. Jan Panczak, Eckart Dux und Alexander Turrek bilden den Rest des Sprecherstabs.

Mit „Berge des Wahnsinns“ ist das „Gruselkabinett“ um eine Attraktion angewachsen. Die Vertonung ist absolut gelungen, sodass die kleinen anfänglichen Längen nicht weiter auffallen. Atmosphärisch dicht wird die Umsetzung H. P. Lovecrafts’ Klassiker auf jeden Fall gerecht. Reinhören!

 

Hoerspiel-Info

Name Gruselkabinett (44/45) - Berge des Wahnsinns
Serie Gruselkabinett
Autor H. P. Lovecraft
Sprecher Eckart DuxJan PanczakReiner SchöneBettina WeissAnnina BraunmillerAlexander Turrek
Art Hörspiel
Spielzeit 120 Minuten
FSK FSK 14
Verlag & Label Titania Medien
Veröffentlichung 24. September 2010

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Externer Link http://www.titania-medien.de
Hörprobe



Fazit und Bewertung

Gesamt: 
 
8.5
Inhalt:
 
8.0
Sprecher:
 
9.0
Musik/Geräusche:
 
9.0
Umsetzung:
 
8.0
Cover:
 
9.0
Geschrieben von Anke Bokelberg
04 Oktober 2010
 
+ Gruselklassiker schlechthin
+ Klasse Musik- und Geräuschkulisse
+ fabelhafte Sprecher

- etwas zu ausführlich geraten
 


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