Die Ehefrau des pensionierten Farbenhändlers Josiah Amberley brennt mit ihrem Liebhaber durch. Das allein wäre nicht so schlimm - wenn sie nur nicht sämtliche Ersparnisse von Mr. Amberley hätte mitgehen lassen. Amberley sieht sich daher genötigt, Sherlock Holmes mit der Wiederbeschaffung des Geldes zu beauftragen, um sein Leben nicht im Armenhaus fristen zu müssen. Sherlock Holmes übernimmt den Fall. Und er bringt dabei Dinge ans Tageslicht, mit denen niemand gerechnet hätte. (Cover)
Rezension:
Josiah Amberley, Farbenhändler im Ruhestand, bittet den weltberühmten Detektiv um Hilfe. Die Ehefrau des steinreichen Pensionärs ist mit ihrem Liebhaber über Nacht durchgebrannt. Doch nicht nur das, auch Amberleys Vermögen hat die untreue Gattin mitgehen lassen. Nun ist der grimmige Mann nicht nur pleite und enttäuscht, sondern auch stinksauer. Sherlock Holmes soll nun alles daran setzen, das getürmte Pärchen zu finden. Zu dumm nur, dass Holmes gerade in anderen wichtigen Ermittlungen steckt und keine Zeit für den guten Mann aufbringen kann. Um den Klienten trotzdem zu helfen, übernimmt Dr. Watson höchstpersönlich den Fall und recherchiert vor Ort in Amberleys Anwesen. Dort sammelt er Fakten und berichtet seinen Freund ausführlich. Doch bald beginnt Holmes zu zweifeln, ob sich die Dinge genau so ereignet haben, wie der gehörnte Farbenhändler dies behauptet.
Dr. Watson auf Alleingang, das höre ich gern! Die rechte Hand des Londoner Detektivs steht in dieser Hörspielfolge eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei kann er beweisen, dass auch er durchaus das Zeug zum Detektiv hat. Die Fäden im Hintergrund spinnt zwar weiterhin Holmes die Fäden, doch ist es schön zu sehen, dass die Story trotz anfangs getrennter Wege bestens funktioniert. Auch der Kriminalfall ist interessant geraten, wenn auch der Titel „Der Farbenhändler im Ruhestand“ etwas nüchtern klingt. Natürlich ahnt man beim Hören, dass der Farbenfabrikant irgendwie in das Verschwinden verwickelt ist, doch wie, warum und wieso erfährt der Hörer erst zum Ende des Hörspiels. Da geht es dann auch turbulent zur Sache als Holmes in bester Manier die Fakten auf den Tisch knallt.
Eine Hand voll Sprecher – mehr braucht es für diese Folge nicht. Neben dem Stammduo Rode und Groeger ist vor allem Stephan Schwartz als mürrischer Klient eine sehr gute Besetzung. Bei seiner wunderbar in Szene gesetzten chronischen schlechten Laune kann einem der arme Dr. schon leid tun. Peter Buchholz ist ebenfalls zu hören. Seine Rolle des Detektivkonkurrent Bartholomew Barker greift zwar ziemlich spät ins Geschehen ein, kann aber trotzdem überzeugen. Ansonsten sind in vergleichsweise winzigen Rollen noch Volker Bogdam, Reent Reins und Lukas Sperber zu hören. Die Inszenierung ist hier nicht opulent ausgefallen, sondern ziemlich zurückhaltend. In gewohnter Maritim-Qualität reiht sich diese Folge nahtlos in die Serie ein ohne herauszustechen.
Auch wenn Holmes und Watson hier getrennt ermitteln, bleibt doch genügend Zeit für die üblichen Kappeleien der beiden. Obwohl ich sagen muss, dass in diesem Hörspiel eindeutig die Lobeshymnen überwiegen. Sherlock Holmes lobt seinen Assistenten und dessen Freundschaft und kann sich auch mit Eigenlob nicht zurückhalten. Genau diese schnippisch witzigen Dialoge machen die Krimihörspielserie aus. So ist „Der Farbenhändler im Ruhestand“ amüsant, aber leider nicht der ideale Mitratefall! Trotzdem gelungen.

Die Ehefrau des pensionierten Farbenhändlers Josiah Amberley brennt mit ihrem Liebhaber durch. Das allein wäre nicht so schlimm - wenn sie nur nicht sämtliche Ersparnisse von Mr. Amberley hätte mitgehen lassen. Amberley sieht sich daher genötigt, Sherlock Holmes mit der Wiederbeschaffung des Geldes zu beauftragen, um sein Leben nicht im Armenhaus fristen zu müssen. Sherlock Holmes übernimmt den Fall. Und er bringt dabei Dinge ans Tageslicht, mit denen niemand gerechnet hätte. (Cover)










