Italien um 1750. Im ganzen land wütet eine tödliche Seuche, genannt "der rote Tod". Der genusssüchtige Landesfürst Prinz Prospero verschließt die Augen vor den Nöten seiner Untertanen. Er lässt sogar die Zugänge zu seinem größten Landsitz, einer alten Abtei, verbarrikadieren und feiert dort mit Gleichgesinnten ein ausschweifendes Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball fehlt ihm indes noch die rechte Idee, um ihn unvergesslich zu machen ... (Cover)
Rezension:
Während in ganz Italien „der rote Tod“ wütet und tausende Menschen qualvoll dahin rafft, lässt es sich der Landesfürst Prinz Prospero gut gehen. Fernab der verheerenden Seuche sitzt er mit seinem Hofstaat verbarrikadiert und geschützt auf seinem Landsitz. Damit es der reichen Gesellschaft nicht langweilig wird, feiert der Prinz ein rauschendes Fest nach dem anderen. Für die Belustigung der Gäste sollen stets die Kleinwüchsigen Tripetta und „Hopp-Frosch“ sorgen, die gegen ihren Willen festgehalten und auf übelste Weise gedemütigt werden. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und der „der rote Tod“ sucht sich bald seinen Weg, dem ausschweifenden Gelage ein Ende zu bereiten.
Halten sich Titania Medien eigentlich immer nah an den Geschichten, so ist diese Hörspielgeschichte doch eine Ausnahme. Denn in „Die Maske des roten Todes“ werden gleich zwei Geschichten des Gruselmeisters Edgar Allan Poe miteinander verwoben. Zum einen die Kurzgeschichte „Die Maske des roten Todes“ sowie auch die Erzählung „Der Hopp-Frosch“. Warum Marc Gruppe und Stephan Bosenius diese beiden Geschichten gemischt haben, bleibt wohl ihr Geheimnis. Doch waren die Geschichten einzeln vielleicht zu langweilig, sodass diese Hörspieladaption entstanden ist. Wie auch immer. Die 46. Gruselkabinettfolge ist für meinen Geschmack nicht sehr gruselig und schaurig. Die Handlung ist weitgehend uninteressant und braucht sehr lange, um in Gang zu kommen. Da kann die handwerklich exzellente Hörspielumsetzung auch nicht mehr helfen. Inhaltlich finde ich die Folge einfach nur schwach.
Positiv überrascht war ich dagegen von den mitwirkenden Sprechern. Die wunderbare Erzählstimme von Hasso Zorn klingt noch nach in meinen Ohren. Ernst Meincke als genusssüchtiger Prinz Prospero ist ebenfalls sehr überzeugend. Die Stimmen von Hopp-Frosch und Tripetta, die ja Kleinwüchsige sein sollen, sprechen Sven Plate („Point Whitmark“) und Daniela Reidies. Beide haben eine sehr auffällige Stimme mit einem hohen Wiedererkennungswert, die toll zu den Figuren passt. Und dann ist da noch eine sehr bekannte Stimme zu hören, über deren Mitwirken ich mich riesig gefreut habe. Reinhilt Schneider spricht die Geliebte des Prinzen. Und wer genau hinhört, wird ihre Stimme mit der alten EUROPA-Serie „Die Hexe Schrumpeldei“ in Verbindung bringen. Denn Reinhilt Schneider sprach damals die schusselige Hexentochter Schrumpelmei. Sie spricht ihre Rolle der Giulietta mit ebenso seufzender und hingebungsvoller Stimme wie damals. Wundervoll!
Atmosphärisch kann das Hörspiel überzeugen und auch die verwandte Musik sorgt für die nötige Stimmung. Dazu schlägt drohend die Standuhr und deutet auf das bevorstehende Unheil hin. Gegen Ende werden dann alle klanglichen Register gezogen, die Gänsehaut verursachen. Auch die Dialoge sind ein Genuss. Leider kann – wie gesagt – die Handlung nicht ganz mithalten. Doch über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Deshalb einfach reinhören und selbst eine Meinung bilden.

Italien um 1750. Im ganzen land wütet eine tödliche Seuche, genannt "der rote Tod". Der genusssüchtige Landesfürst Prinz Prospero verschließt die Augen vor den Nöten seiner Untertanen. Er lässt sogar die Zugänge zu seinem größten Landsitz, einer alten Abtei, verbarrikadieren und feiert dort mit Gleichgesinnten ein ausschweifendes Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball fehlt ihm indes noch die rechte Idee, um ihn unvergesslich zu machen ... (Cover)










