Amelia und George Price, ein junges Paar in den Flitterwochen, macht während seiner Reise durch das romantische Deutschland die Bekanntschaft von Elias P. Hutcheson, einem verwegenen Abenteurer aus Nebraska. Die Drei planen eine gemeinsame Besichtigung der Burg zu Nürnberg, in der die berühmte „Eiserne Jungfrau“, eines der grauenvollsten Folterwerkzeuge, das die Menschheit je ersonnen hat, ausgestellt wird … (Cover)
Rezension:
Das junge, englische Ehepaar Price reist in ihren Flitterwochen in das beschauliche Deutschland um Land und Leute kennenzulernen. Auf ihrer Reise machen beide Halt in Frankfurt am Main, wo sie den interessanten Mr. Hutcheson kennenlernen. Die drei sind sich sofort sympathisch und beschließen, ihre Rundreise gemeinsam fortzusetzen. Der Abenteuer und Weltenbummler Hutcheson berichtet von der „Eisernen Jungfrau“, die auf der Nürnberger Kaiserburg besichtigt werden kann. Dieses abscheuliche Folterinstrument wird in jedem Reiseführer angepriesen und verspricht die nötige Portion Grusel. Doch bereits kurz nach der Ankunft des Trios im fränkischen Nürnberg nimmt das Unheil seinen Lauf, denn Mr. Hutcheson wird von seiner grausamen Vergangenheit eingeholt.
Einmal mehr findet eine Geschichte aus der Feder Bram Stokers ihren Platz im „Gruselkabinett“. Der Name steht für Schauerromantik und Gänsehautstimmung. Dass „Die Squaw“ jedoch nicht die beste Erzählung des Autors ist, merkt man spätestens beim Hören dieses Hörspiels. Irgendwie schafft es die Geschichte nicht, den Hörer zu packen und vollauf zu begeistern. Vielmehr braucht die Geschichte sehr lange bis sie an Fahrt aufnimmt. Beim Hören merkt man dann auch schnell, wie die Geschichte enden wird. Das ist schade, denn einige Wendungen und Überraschungen hätten die Spannung sicherlich erhöht. Und obwohl das Hörspiel für die Hörspielreihe eine überraschend kurze Spieldauer aufweist, zieht sich die Handlung - besonders in der Mitte - doch zäh in die Länge. Stoker verrennt sich hier in unnötige Übertreibungen und Erklärungen, die nicht gerade die Spannungskurve erhöhen. Und die einzige Darseinsberechtigung von Amelia Price in dieser Geschichte besteht offensichtlich darin, in Ohnmacht zu fallen und empörte Äußerungen von sich zu geben, während ihr Mann George
Von der Umsetzung des Stoffes zum Hörspiel bin ich diesmal enttäuscht. Würde man nicht den Handlungsort erwähnen, könnte die Geschichte auch sonst wo spielen. Gerade die Bahnhofsszene zu Beginn und auch der Gang durch Nürnberg hätten eine viel bessere Umsetzung verdient. Wo ist der Straßenlärm, die Stimmen anderer Passanten? Das vermisse ich hier völlig. So verkommt das Hörspiel ein wenig zum Kammerspiel. Drei Personen miteinander sprechen zu lassen macht allein eben noch kein gutes Hörspiel. Die dichte Atmosphäre früherer „Gruselkabinett“-Folgen vermisse ich hier in jeder Minute. Über die Musik lässt sich dagegen nichts sagen. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund und ist eher bedeckt und leise, an den wichtigen Stellen aber immer präsent, was mir gut gefällt.
Ich bin ein großer Fan von Reinhilt Schneider, die hier neben Viktor Neumann und Frank Gustavus als Mr. Hutcheson die Hauptrolle spricht. Doch in dieser Folge hat mich ihre Stimme am Ende nur noch angestrengt. Viktor Neumann als ihr Ehemann George macht einen guten Job und übernimmt auch die Rolle des Erzählers. Frank Gustavus ist der Gegenpart und hätte für meinen Geschmack noch bestimmter klingen können. Axel Lutter, Bettina Weiß und Boris Tessmann bilden den Rest des Sprecherteams. Insgesamt kann man über die beteiligten Sprecher sagen, dass alle eine gute Leistung abrufen und Axel Lutter als Museumsführer wirklich Angst macht.
Absolut nicht die beste Hörspielfolge der Serie. Bleibt zu hoffen, dass sich noch bessere Geschichten Bram Stokers finden als „Die Squaw“. Das Finale hatte durchaus Gruselfaktor, doch der Rest fällt eher bescheiden aus. Mir tut’s schon fast ein wenig leid, aber mir gefällt die Folge einfach nicht! Sorry!

Amelia und George Price, ein junges Paar in den Flitterwochen, macht während seiner Reise durch das romantische Deutschland die Bekanntschaft von Elias P. Hutcheson, einem verwegenen Abenteurer aus Nebraska. Die Drei planen eine gemeinsame Besichtigung der Burg zu Nürnberg, in der die berühmte „Eiserne Jungfrau“, eines der grauenvollsten Folterwerkzeuge, das die Menschheit je ersonnen hat, ausgestellt wird … (Cover)










