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Hörbuch: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo Hörspiel Empfohlen Hot

wir-kinder-vom-bahnhof-zoo-coverMit zwölf kam Christiane F. in einem evangelischen Jugendheim zum Haschisch, mit dreizehn in einer Diskothek zum Heroin. Sie wurde süchtig, ging vormittags zur Schule und nachmittags mit ihren ebenfalls abhängigen Freunden auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo, um das Geld für die Droge zu beschaffen. Christiane F. berichtet mit minuziösem Erinnerungsvermögen und rückhaltloser Offenheit über Schicksale von Kindern, die von der Öffentlichkeit erst als Drogentote zur Kenntnis genommen werden. Inzwischen lebt Christiane F. wieder in Berlin. Den Kampf gegen die Drogen hat sie immer wieder von Neuem geführt – vor Rückfällen ist kaum ein ehemaliger Junkie sicher. (Cover)

Rezension:

Diesem Hörbuch, dessen VÖ-Termin immer wieder nach hinten verschoben wurde, habe ich lange entgegengefiebert. Die Drogenbiografie der Christiane F. erscheint nun erstmals als Lesung und ist in meinen Augen noch besser als das Buch. 1978 erschien das vom Magazin Stern herausgebrachte Werk „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und zeigt anhand von Christiane Felscherinow, die schwierige Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher in Berlin. Der Weg zur Sucht ist charakteristisch: Mit 12 raucht Christiane zum ersten Mal Haschisch, mit 13 greift sie zum Heroin und hängt bald darauf an der Nadel. Um ihre Drogensucht zu finanzieren, ist es nur noch ein kleiner Schritt in die Illegalität und auf den Drogenstrich. Ihre Mutter ahnt vom Doppelleben ihrer Tochter lange nichts …

In aller Ausführlichkeit und Sachlichkeit spricht die tragische Titelheldin aus ihrem Drogenalltag. Sie führt den Hörer in die harte und trostlose Welt der Abhängigkeit und führt vor Augen, was die Sucht eigentlich bedeutet. Fabelhaft vorgetragen werden die Passagen der Christiane F. von keiner geringeren als Anna Thalbach. Mit ihrer zurückhaltenden und klaren Stimme, gibt sie der Hauptfigur eine wunderbare Stimme. Unterstützt wird Anna Thalbach von ihrer eigenen Mutter, Katharina Thalbach. Diese spricht mit ihrer markanten, kratzigen Stimme die vereinzelten Textpassagen aus der Sicht Christianes Mutter. Das Mutter-Tochter-Gespann Thalbach spricht also das Mutter-Tochter-Gespann Felscherinow. Eindringlich erfährt man so auch aus der Sicht einer verzweifelten Mutter, wie diese die Drogensucht ihrer jungen Tochter lange nicht bemerkt hat, nicht wahrnehmen wollte und die Schwere des Drogenkonsums auch unterschätzt hat. Aus diesen beiden Sichtweisen entsteht ein komplexes Bild, welches die beiden Sprecherinnen mit ihren wunderbaren Stimmen noch lebendiger werden lassen. Dass der wunderbare Dietmar Wunder ebenfalls noch mitwirkt, soll an dieser Stelle natürlich nicht untergehen.

Das Tolle an dieser Lesung ist, dass auf Musik nicht verzichtet wurde. Wer den Film aus dem Jahr 1981 gesehen hat, wird das Lied „Helden“ von David Bowie sicherlich noch im Ohr haben. Der melancholische Song wertet das Hörbuch auf wunderbare Weise auf und versetzt die Lesung in die richtige Stimmung.

Die Vorfreude auf dieses überaus interessante Hörbuch und bewegende Hörbuch war berechtigt. Ich habe „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ an einem Nachmittag komplett durchgehört und war wie elektrisiert von Geschichte und Sprecherinnen. Ein Hörbuch mit offenem Ende, welches unter die Haut geht. Unbedingt reinhören!

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Hoerspiel-Info

Name Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Sprecher Dietmar WunderAnna ThalbachKatharina Thalbach
Genre Biografie
Art ungekürzte Lesung
Spielzeit 448 Minuten
FSK FSK 16
Verlag & Label Lübbe Audio
Veröffentlichung 17. März 2011

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Externer Link http://www.luebbe-audio.de
Hörprobe



Fazit und Bewertung

Gesamt: 
 
9.3
Inhalt:
 
10.0
Sprecher:
 
10.0
Musik/Geräusche:
 
7.0
Umsetzung:
 
8.0
Cover:
 
7.0
Geschrieben von Anke Bokelberg
28 März 2011
 
+ eindringliche Geschichte
+ fantastisch ungesetzt
+ zwei großartige Sprecherinnen
 


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