Heff, der Chef der Firma, die brilliert und firmiert, bekommt überraschend Besuch von einem Kunden. Als wäre das allein nicht schon Grund genug zum Wundern, überlegt der Kunde tatsächlich, Heff einen Großauftrag zu vermitteln. Jedoch muss sich Heffs Firma erst einmal beweisen. Das offensichtliche Chaos, die Bademäntel tragenden oder ständig schlafenden Angestellten, der ständig nörgelnde Praktikant und nicht zuletzt Heffs eigene Inkompetenz machen keinen sonderlich vertrauenerweckenden Eindruck. Heff, der die Situation wie immer sofort klar verkennt, hat die Lösung: Ein Aquarium muss her ... (Cover)
Rezension:
Wenn jemand bei uns auf Arbeit eine Kamera installieren würde, um den Büroalltag zu filmen, wäre das wahrscheinlich der absolute Quotenbrecher. Denn das Witzige am Arbeitsalltag ist doch, dass Leute wild zusammengewürfelt werden, die sich im normalen Leben wohl nie über den Weg gelaufen wären, geschweige denn dies gewollt hätten. Tja, seine Kollegen kann man sich eben nicht aussuchen! Deswegen finde ich die Hörspielantwort „Heff der Chef“ auf „Stromberg“ eine witzige Idee. Denn eine beliebige Firma bietet einen vielseitigen Hintergrund für eine Hörspielsitcom wie „Heff der Chef“. Es wird übertrieben, dass sich die Balken biegen und ein Klischee nach dem anderen aus der Schublade geholt. Comedy eben.
Heff ist der Chef einer kleinen Firma. Seine Angestellten sind – ebenso wie er selbst – dümmlich, faul und vollkommen inkompetent. Die Bezahlung ist mies und stets gilt die Devise: Der Chef hat immer Recht! Aus dieser Firmenphilosophie entstehen witzige Situationen und schräge Dialoge. Erzählt wird jede Episode aus der Sicht der angehenden Chefsekretärin, die kopfschüttelnd über die Geschehnisse berichtet. Die Belegschaft kommt dabei meist weniger gut weg. Doch genau das ist der Witz dieses Hörspiels. Auch lebt der Plot von der gnadenlosen Überzeichnung der einzelnen Charaktere. Alle Mitwirkenden sind grundverschieden und haben ihr Alleinstellungsmerkmal, welches auch mal ein alter Bademantel sein kann.
In Folge eins muss das Büro unbedingt aufgemöbelt werden, denn potentielle Kunden schrecken nicht nur das triste Ambiente, sondern auch die demotivierten Mitarbeiter ab. Deshalb hat Chef Heff eine sensationelle Idee. Ein Aquarium muss her - ein großes mit einem echten Hai darin – und das Vorzimmer wird ab sofort nur noch Empfangsfoyer genannt. Ist dasselbe in Grün, klingt aber besser. Gesagt getan. Der Hai zieht in sein neues Zuhause und Heff ist glücklich. Bis … ja bis die Statik des Hauses dem Gewicht des Wasserbeckens nicht mehr standhalten kann … In der Dreierbox finden sich noch zwei weitere Folgen, in denen das Chaos ungebremst weitergeht. Die armen Angestellten haben absolut nichts zu lachen, wenn Heff beispielsweise einen Drill-Instructor engagiert („Der Ausbilder“). Da braucht sich Heff auch nicht wundern, wenn seine Untergebenen in „Der Aufstand“ in einen Streik treten.
In der Rolle des etwas überforderten, aber dennoch sympathischen Chefs ist niemand anderes als Wolfgang Bahro zu hören (der Dr. Jo Gerner aus GZSZ). Und Bahro ist für diese Rolle wie gemacht. Dem Chef gibt er die richtige Mischung aus Ernst und Witz. Das führt dazu, dass man als Hörer schnell zwischen den Stühlen steht. Einerseits ist man auf der Seite der schlecht- bis gar nicht bezahlten Mitarbeiter (Björn Korthof, Klaus-Dieter Klebsch, Thomas Daneberg, Santiago Ziesmer, …), andererseits kann man auch die Situation von Heff voll nachvollziehen. Meine Lieblingsrolle in der Serie ist allerdings die der Vermieterin. Regina Lemnitz ist wunderbar, wenn wieder einmal wie aus dem Nichts ihre kreischige Stimme ertönt.
Die Umsetzung mit der unterhaltsamen und lockerleichten Musik finde ich absolut passend. Sie lockert das Gehörte immer wieder auf und das Titelthema kann man gar nicht oft genug hören. Auch die Länge der einzelnen Folgen ist in Ordnung. Alles in allem ist „Heff der Chef“ eine wunderbare Parodie, die zuweilen ganz amüsant ist. Natürlich läuft so eine übertrieben ausgelegte Serie immer Gefahr, sich irgendwann abzunutzen und eine Überdosis kann schnell nervig enden. Doch zwischendurch und wohl dosiert immer mal eine Folge dieser Comedyserie hören, macht auf jeden Fall Spaß.
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Heff, der Chef der Firma, die brilliert und firmiert, bekommt überraschend Besuch von einem Kunden. Als wäre das allein nicht schon Grund genug zum Wundern, überlegt der Kunde tatsächlich, Heff einen Großauftrag zu vermitteln. Jedoch muss sich Heffs Firma erst einmal beweisen. Das offensichtliche Chaos, die Bademäntel tragenden oder ständig schlafenden Angestellten, der ständig nörgelnde Praktikant und nicht zuletzt Heffs eigene Inkompetenz machen keinen sonderlich vertrauenerweckenden Eindruck. Heff, der die Situation wie immer sofort klar verkennt, hat die Lösung: Ein Aquarium muss her ... (Cover)










