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Hörbuch: Kunst-Stücke - Roy Lichtenstein Hot

kunst-stuecke-roy-lichtensteinEs ist die Zeit des Rock n Roll, der Satelliten im All und des Kampfes um Freiheit: die 60er Jahre, die so genannten Swinging Sixties, in denen sich das Lebensgefühl der Menschen grundlegend veränderte. In dieser Zeit hat Roy Lichtenstein sein Bild M-Maybe gemalt. Wieso es aussieht, wie ein riesengroßes Comicbild? Das fragt sich auch der kleine Jimmy, der zufällig beobachten kann, wie Roy Lichtenstein dieses Bild malt. Ob seine Großmutter eine Antwort weiß? (Cover)

Rezension:

Und wieder hat sich eine weitere Produktion der wunderbaren Hörspielreihe „Kunst-Stücke für Kinder“ hinzugesellt. Nachdem die großen, meist klassischen Künstler wie Franz Marc, Leonardo da Vinci oder Marc Chagall bereits behandelt wurden, widmet sich die Reihe nun einer ganz anderen Kunstrichtung. Das Hörspiel widmet sich ganz der Pop Art und rückt den US-amerikanischen Künstler Roy Lichtenstein besonders in den Mittelpunkt. Roy Lichtenstein war neben Andy Warhol der bekannteste Künstler dieser bunten Kunstrichtung. Brigitte Jünger, die bisher für alle „Kunst-Stücke“-Folgen für den Inhalt verantwortlich ist, hat nun also das wohl populärste Bild Lichtensteins als Thema für ihr neuestes kunstgeschichtliches Hörspiel ausgewählt: „M-Maybe“.

Das vorliegende Hörspiel beginnt ein wenig anders als seine Vorgänger. Zuerst erfährt der Hörer viel Wissenswertes über den Lebensstil der 1950er- 60er Jahre in den USA. Die Zeit des Aufbruchs und des Konsums war gekommen und machte vor der Musik und der Kunst nicht halt. Genau in diesem gesellschaftlichen Stimmungswandel fing Roy Lichtenstein an, seinen eigenen, ganz persönlichen Stil zu finden. Was für ein Maler und Künstler wollte er sein? Dieser spannenden Frage geht dieses Hörspiel auf den Grund. Allerdings etwas anders, als ich mir diese Produktion gewünscht hätte. Natürlich ist es unmöglich, Roy Lichtenstein in einem 50-minüten Hörspiel zu würdigen und gleichzeitig zu verstehen. Das geht einfach nicht. Brigitte Jünger hat jedoch geschafft, den Schaffensprozess seiner Werke verständlich zu schildern. Doch mir persönlich fehlt in diesem farbenfrohen Hörspiel ein wenig der Mensch Roy Lichtenstein. Wer war er? Wie wuchs er auf? Wie dachte er? Wie war sein Privatleben? All diese Fragen bleiben hier leider unbeantwortet.

Auch im Hörspiel selbst habe ich Roy Lichtenstein als Person vermisst. Die Rahmenhandlung bildet das Gespräch zwischen einem Jungen und seiner Großmutter, die sich über Gott und die Welt und natürlich auch über Kunst unterhalten. Ins Haus gegenüber zieht eines Tages ein Künstler ein – Roy Lichtenstein wie sich später herausstellen wird. Die gesamte Rahmenhandlung dreht sich so fast ausschließlich um Enkel und Oma und weniger um Roy Lichtenstein. Mir fehlt einfach, dass Roy Lichtenstein selbst in der Handlung öfter auftaucht und so auch als Person wahrgenommen wird. Das vermisse ich hier.

Dafür ist diese Produktion reichlich unterlegt mit allerlei Klangspielereien, die in die Handlung eingebaut wurden. So läuft das Radio volle Lautstärke mit Elvis-Prestley-Musik oder im Fernsehapparat flimmert gerade Werbung oder Popeye über die Mattscheibe. Natürlich hat dies immer auch mit der Handlung zu tun, schließlich malte Roy Lichtenstein im Comicstil. Zu der technischen Umsetzung gesellen sich natürlich die Sprecher. Wer bereits ein „Kunst-Stücke“-Hörspiel gehört hat, weiß, dass hier durch die Bank Profisprecher zu hören sind. Als Erzähler führen Marion Mainka und Bernt Hahn durch die Geschichte, wobei Mainka einen sachlicheren Ton anschlägt als ihr Partner Hahn. Hildegard Meier und Daniel Friedrich übernehmen die Rollen von Großmutter und Enkel und plaudern so munter drauf los, dass man ihnen stundenlang zuhören könnte. In der (zu klein geratenen) Rolle von Roy Lichtenstein ist Andreas Maier zuhören. Auch über ihn gibt es nichts zu meckern, ebenso wenig wie über den Rest des Sprechercasts.

Handwerklich ist das Hörspiel topp – wie jede Folge der Hörspielreihe. Und auch inhaltlich erfährt man viel über den Künstler. Doch wie oben bereits angesprochen fehlt mir die Person Lichtenstein in dieser Produktion. Im Vergleich hierzu hat Brigitte Jünger schon bessere Künstlerportraits produziert als das Vorliegende. Trotzdem absolut hörenswert.

 

Hoerspiel-Info

Name Kunst-Stücke - Roy Lichtenstein
Serie Kunst-Stücke
Sprecher Alina Degener
Genre Kinder & JugendInformation & Wissen
Art Hörspiel
Spielzeit 50 Minuten
FSK FSK 8
Verlag & Label Igel Records
Veröffentlichung 01. Februar 2012

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Externer Link http://www.igel-records.de/

Fazit und Bewertung

Gesamt: 
 
8.6
Inhalt:
 
8.0
Sprecher:
 
9.0
Musik/Geräusche:
 
9.0
Umsetzung:
 
9.0
Cover:
 
8.0
Geschrieben von Anke Bokelberg
23 Februar 2012
 
+ versierte Sprecher
+ viel Musik, Klänge und Geräusche

- etwas zu wenig Roy Lichtenstein
 


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