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Hörbuch: Gruselkabinett (39) - Der Tempel Hot

gruselkabinett-039-coverAuf hoher See 1917: In den Kriegswirren eskaliert die Situation an Bord des deutschen U-Bootes U29. Hat das merkwürdige aggressive Verhalten der Mannschaft etwas mit einer aus Elfenbein geschnitzten Statue eines Lorbeerbekränzten Jünglingshauptes zu tun, die der Hand eines toten, feindlichen Seemanns entwunden wurde? (CD-Cover)

Rezension:

„Der Tempel“ ist die zweite Geschichte von H. P. Lovecraft, die Titania Medien in die Reihe „Gruselkabinett“ aufnimmt. Doch dieses Unterwasserabenteuer steht im völligen Gegensatz zu „Der Fall Charles Dexter Ward“ und ist weit vorher geschrieben worden. Lovecraft verwebt in „Der Tempel“ geschickt, den ersten Weltkrieg mit dem Mythos um das untergegangene Atlantis.

Erzählt wird das Hörspiel aus der Sicht des Kapitänleutnant, der mit seinem U-Boot und seiner Mannschaft durch die Weltmeere streift, um feindliche Schiffe aufzuspüren und bestenfalls zu versenken. Nach einer erfolgreichen Seeschlacht wird die Leiche eines südländisch aussehenden jungen Mannes angespült, der eine kleine Statue bei sich trägt. Der Kapitän befiehlt, den toten Mann über Bord zu werfen und die Statue zu behalten. Nach diesem Ereignis, schlägt die Stimmung der U-Boot-Mannschaft dann plötzlich um und Angst macht sich breit. Bootsmann Müller beginnt zu fantasieren und glaubt, von dem toten Jungen verfolgt zu werden. Der Kapitän tut die Ängste seiner Mannschaft als Aberglauben ab, was sich bald schon als großer Fehler herausstellt …

Das U-Boot ist der zentrale Ort dieser Hörspielfolge. Doch zu Beginn der Folge merkt man als Hörer noch nichts von der Enge und der speziellen Lokalität. Würde nicht erwähnt werden, dass die Geschichte in einem U-Boot angesiedelt ist, man würde es nicht vermuten. Titania steht zwar für besonders atmosphärische Hörspielproduktionen, doch hier fehlt mir die hörbare Szenerie völlig. Auch ist für mich nicht ersichtlich, dass hier eine große Mannschaft von Matrosen an Bord ist, denn was man zu hören bekommt, sind immer nur einzelne, wenige Stimmen.

Mit dem Fortschreiten der Handlung und der stärker werdenden Angst und Panik an Bord, gewinnt aber auch das Hörspiel langsam an Dampf. Die Stimmung wird hörbar düsterer. Vor allem gegen Ende ist das Hörspiel wirklich spannend und gewinnt zunehmen an Dramatik. Als der Kapitän und sein Leutnant als letzte an Bord manövrierunfähig auf dem Grund des Meeres liegen, spitzt sich die Lage zu und das Hörspiel erreicht in einem abrupten Ende seinen Höhepunkt. So schafft es Titania doch noch wieder ein sehr gutes Hörspiel abzuliefern.

Bei der Besetzung sind diesmal ausschließlich männliche Stimmen zu hören. Die wichtigste Rolle gehört Erich Räuker als Kapitän des U-Boots. Räuker ist das erste Mal in einer Gruselkabinett-Folge zu hören und hat genau die richtige Tonlage für einen autoritären Kapitän und gleichzeitigen Erzähler der Geschichte. Ihm zur Seite steht Dennis Schmidt-Foß als Leutnant, der durch die Andersartigkeit seiner Stimme eine gute Ergänzung zu Erich Räuker darstellt. Das war’s dann fast auch schon mit den Sprechern, fehlen nur noch Andreas Mannkopff, Tommy Morgenstern, Bodo Wolf, Tom Vogt und David Turba, die allesamt gute Seemänner abgeben. Manche von ihnen haben allerdings nur sehr kleine Rollen, so dass das Duo Räuker/Schmidt-Foß das Hörspiel ziemlich im Alleingang „steuert“. Das machen die beiden zwar wirklich einmalig, doch die Stimmung eines vollbesetzten Kriegs-U-Bootes kommt so zu keiner Zeit auf.

Musik wurde in „Der Tempel“ sehr sparsam eingesetzt und fast ganz verzichtet. Dafür wurde mehr Augenmerk auf die Geräusche gelenkt, wie das monotone Motorengeräusch auf dem U-Boot oder die seltsamen Klopfgeräusche an den Buck des Schiffes. Das Klangkostüm stimmt hier und der sparsame Einsatz der Musik ist sogar als Pluspunkt zu sehen.



 

Hoerspiel-Info

Name Gruselkabinett (39) - Der Tempel
Serie Gruselkabinett
Autor H. P. Lovecraft
Sprecher Erich RäukerDennis Schmidt-FoßAndreas MannkopffTommy MorgensternBodo WolfTom VogtDavid Turba
Art Hörspiel
Spielzeit 65 Minuten
FSK FSK 14
Verlag & Label Titania Medien
Veröffentlichung 13. November 2009

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Fazit und Bewertung

Gesamt: 
 
8.5
Inhalt:
 
8.0
Sprecher:
 
9.0
Musik/Geräusche:
 
8.0
Umsetzung:
 
9.0
Cover:
 
8.0
Geschrieben von Anke Bokelberg
22 Dezember 2009
 
Zuletzt aktualisiert: 24 Dezember 2009
Inhaltlich hebt sich die handwerklich gute Folge sehr von den üblichen Gruselkabinett-Folgen ab und punktet vor allem durch das bedrohliche Ende.
 


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